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Pressemitteilung zur Entscheidung des IOC für Peking 2022

*Akualisiert um den Pressespiegel*

NOlympia Hamburg kritisiert die Entscheidung des IOCs für Peking als Austragungsort für Olympische Winterspiele 2022.

Nachdem die norwegische Regierung im Oktober 2014 die Bewerbung Oslos zurückgezogen hatte, gab es für das IOC nur noch die Wahl zwischen Almaty und Peking. „Die Gründe für den Rückzug der Bewerbung Oslos sind auch für Hamburg relevant: Auch hier müssen wir damit rechnen, dass die Kosten explodieren und die vertraglichen Regelungen so gestaltet sind, dass alle Rechte beim IOC und alle Pflichten bei der Stadt liegen,“ sagt Nicole Vrenegor, aktiv bei NOlympia Hamburg.

Nach den olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 und den Sommerspielen 2008 in Peking hat nun erneut ein autoritäres Regime den Zuschlag für olympische Spiele bekommen, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten werden. „Würde das IOC es ernst meinen mit den in der Agenda 2020 beschlossenen Empfehlungen zur Wahrung von Menschenrechten, hätte es den Auswahlprozess aussetzen müssen. Die Entscheidung für Peking ist ein Alptraum für die Menschenrechte,“ so Florian Kasiske, aktiv bei NOlympia Hamburg.

Die Behauptung, die weltweite Aufmerksamkeit oder vom IOC beschlossenen vertraglichen Verpflichtungen zur Wahrung der Menschenrechte könnten dazu beitragen, dass sich die Situation verbessert, ist absurd. So haben die Winterspiele 2014 die russische Regierung nicht davon abgehalten, 2013 ein Anti-Homosexuellen-Gesetz zu verabschieden. In China hat sich an der Menschenrechtslage mit der Austragung der Olympischen Spiele 2008 nichts verbessert – dafür wurden 1,5 Millionen Menschen zwangsumgesiedelt für Baumaßnahmen, die mit den Olympischen Spielen verbunden waren.[1]

Es ist wenig verwunderlich, dass Olympische Spiele immer wieder in autoritären Regimen ausgetragen werden – angesichts des fragwürdigen Demokratie-Verständnisses des IOC. Bisherige Host-City-Verträge verlangen von der austragenden Stadt gravierende Eingriffe in das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit: Versammlungen, die in der Lage sind, das Image der Spiele zu gefährden, müssen vom IOC genehmigt werden. Florian Kasiske kritisiert: „Mit der Bewerbung Hamburgs legitimiert Hamburg das IOC, das sich immer wieder mit autoritären Regimen einlässt.“

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: presse@nolympia-hamburg.de

www.nolympia-hamburg.de

[1] Center on Housing Rights and Evictions (COHRE) (2007): Fair Play for Housing Rights. Mega-Events, Olympic Games and Housing Rights. Opportunities for the Olympic Movement and Others. Online verfügbar unter http://www.ruig-gian.org/ressources/Report%20Fair%20Play%20FINAL%20FINAL%20070531.pdf.

– Pressespiegel –
Anbei die Medien, die NOlympia Hamburg zur IOC Entscheidung für Peking als Austragungsort der Winterspiele 2022 zitieren.

Süddeutsche Zeitung:
http://www.sueddeutsche.de/sport/olympia-vergabe-an-peking-ein-albtraum-fuer-die-menschenrechte-1.2590811

http://www.sueddeutsche.de/news/politik/sportpolitik-menschenrechte-hoffnung-und-kritik-nach-wahl-pekings-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-150731-99-05741

Sportbild:
http://sportbild.bild.de/sportmix/2015/sportmix/peking-olympia-2022-kritik-an-vergabe-42017872.sport.html

Hamburger Abendblatt:
http://www.abendblatt.de/sport/article205525119/Hamburger-Bewegung-kritisiert-Olympia-Zuschlag-fuer-Peking.html

n-tv:
http://www.n-tv.de/sport/Olympia-in-Peking-ist-ein-Albtraum-article15634006.html

Die Zeit:
http://www.zeit.de/hamburg/aktuell/2015-07/31/sportpolitik-nolympia-hamburg-kritisiert-peking-zuschlag-31151009

Focus online:
http://www.focus.de/regional/hamburg/sportpolitik-nolympia-hamburg-kritisiert-peking-zuschlag_id_4852013.html

 

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