Der Hamburger Senat hat heute ein detaillierteres Konzept für eine Olympiabewerbung für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt. Dabei wird Olympia als einzige Möglichkeit dargestellt, um notwendige Verkehrsprojekte in Hamburg zu verwirklichen. Zentrale Fragen wie die Finanzierung bleiben nebulös, von ökologischer Nachhaltigkeit bleiben Olympische Sommerspiele auch nach dem vorgelegten Konzept weit entfernt.
Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia Hamburg:
„Glaubt man dem Hamburger Senat, wäre Hamburg aufgeschmissen, wenn Olympia nicht kommt, weil Deutsche Bahn und Bundesregierung kein Geld für Projekte wie die U5, die S6 oder die Sanierung des Hauptbahnhofes zur Verfügung stellen würden. Diese Selbstverzwergung der zweitgrößten Metropole der Bundesrepublik steht im Widerspruch zum übertriebenen Selbstbewusstsein der Senatsmitglieder, was die Einhaltung der Kosten für Olympia betrifft – der Senat hat weiterhin keine Antworten auf offene Fragen wie zum Beispiel die Kosten der Sicherheit, die in Paris bei 1,7 Milliarden Euro lagen und im Hamburger Finanzkonzept einfach komplett offengelassen wurden. Oder den Bau einer Multifunktionsarena im Volkspark, die angeblich ganz unabhängig von Olympia genau so gebaut werden würde. In Städten wie Los Angeles, Mailand oder London haben Olympische Spiele zu steigenden Mieten beigetragen – anders als vom Senat behauptet, wird dieses Problem nicht durch Wohnungsbau im Olympischen Dorf gemindert – der in der Science City tatsächlich ganz unabhängig von Olympia entsteht. Der Senat verspricht Olympische Spiele ohne Olympic Lanes – extra Fahrspuren für IOC-Funktionärinnen, Sportlerinnen und Journalistinnen. Dabei ist völlig offen, ob sich das IOC darauf einlassen würde – und wenn eine Stadt Austragungsort für Olympia wird, bestimmt das IOC die Regeln. Der Senat verspricht ökologische Nachhaltigkeit und klimapositive Olympische Spiele, zum Beispiel durch Wiederverwertung temporärer Tribünen und Sportstätten – ähnlich wie in Paris 2024, das dennoch auf eine katastrophale Klimabilanz von 2,1 Millionen Tonnen CO2 gekommen ist. Für den Hamburger Senat ist Olympia eine bunte Wundertüte. Ein Blick hinter die Fassade zeigt: Dahinter verbirgt sich wenig Substanz, aber massive finanzielle Risiken für die Hamburgerinnen und für nachfolgende Generationen.“
