Referendum über Olympia: NOlympia Hamburg plant Unterschriftensammlung

Am Mittwoch stimmt die Hamburgische Bürgerschaft über den Antrag der Koalitionsfraktionen ab, am 31. Mai ein Bürgerschaftsreferendum über die Austragung Olympischer Sommerspiele in Hamburg abzuhalten. Die Initiative NOlympia Hamburg kündigt eine Gegenkampagne an – und sammelt ab Ende Januar Unterschriften, um mit einem eigenen Statement ins Abstimmungsheft zu kommen. Dafür muss die Initiative innerhalb von drei Wochen rund 10.000 gültige Unterschriften sammeln.

Dazu Eckart Maudrich, Sprecher von NOlympia Hamburg:

„Hamburg hat viele Probleme – seien es massiv steigende Mieten, Armut, Verkehrschaos oder die Auswirkungen der drohenden Klimakatastrophe. Olympische Spiele tragen vielleicht zu einem guten Image bei – sie verschlimmern aber die Probleme. Solange der Senat die Wohnungsnot nicht in den Griff bekommt, kann er nicht ernsthaft ein Mega-Event in die Stadt holen, das die Mieten noch weiter nach oben treibt. Bereits jetzt kämpfen viele soziale Träger ums Überleben. Für Olympia hat der Senat dagegen die Spendierhosen an und macht in kürzester Zeit allein für die Bewerbung 20 Millionen Euro locker. Sollte es so weit kommen, dass der Elefant Olympia in die Haushaltsbadewanne steigt, bleibt nicht mehr viel Wasser übrig. Jeder Euro, der in das 30-Tage Mega-Event fließt, fehlt zum Beispiel bei Bildung, Mobilität, Wohnungsbau und sozialen Einrichtungen.“

Dazu Clara Ihring, Vertrauensperson und Sprecherin von NOlympia Hamburg:

„Entgegen der Senatversprechen ist diesmal nicht alles ganz anders als 2015. Olympia passt sich nicht der Stadt an. Für die Behauptung, im Volkspark müsste auch unabhängig von Olympia ein neues Stadion gebaut werden, gibt es keine Grundlage. Vorbild für das neue Stadion ist ausgerechnet das Bernabeu-Stadion in Madrid, das mit 1,79 Milliarden Euro mehr als dreimal so teuer ausfiel, wie ursprünglich geplant. Dauerbaustellen und Olympic Lanes mitten durch die Stadt werden viele Hamburgerinnen in die Verzweiflung treiben. Positive Effekte gibt es dagegen kaum: Studien zeigen, dass Olympische Spiele weder einen nennenswerten wirtschaftlichen Nutzen für die Austragungsorte haben noch die Beteiligung an sportlichen Aktivitäten befördern. Hamburg hat etwas Besseres verdient. Wir sind zuversichtlich, dass die Mehrheit der Hamburgerinnen vernünftiger ist als die Senatskoalition und wie 2015 dem Größenwahn eine Absage erteilt.“

NOlympia Hamburg wird lädt ein zur Kick-Off-Veranstaltung zum Kampagnenstart:
Am Freitag, 16.1. um 18:00 Uhr im Centro Sociale, Sternstraße 2.

Hier findet ihr finden Sie das Statement, für das NOlympia Hamburg Unterschriften sammelt.