von NOlympia Hamburg
zur Olympia-Bewerbung der Stadt Hamburg
Hamburg hat etwas Besseres verdient.

NOlympia ist ein breites Bündnis von Menschen aller Lebensbereiche. Uns vereint die Überzeugung, dass Olympische & Paralympische Spiele für Hamburg mehr Probleme schaffen als Zukunftschancen eröffnen.
Moin Hamburg,
der Senat wirbt mit emotionalen Momenten und hautnahem Erleben der Wettkämpfe wie in Paris. Doch die Kehrseite und das Kleingedruckte werden ausgeblendet.
Wenn der Elefant Olympia in die Haushaltsbadewanne steigt, bleibt kein Wasser übrig: Jeder Euro, der in das 30-Tage-Megaevent fließt, fehlt zum Beispiel bei Bildung, Mobilität, Wohnungsbau und sozialen Einrichtungen
Im Durchschnitt lagen Olympiakosten mehr als doppelt so hoch wie vorher propagiert. Paris 2024 hinterließ ein Loch von rund 6,4 Milliarden Euro – ein Verlust, der über Jahrzehnte nachwirkt. Für einen Stadtstaat wie Hamburg ist ein solches Risiko untragbar.
Mit der Bewerbung übergeben wir den Schlüssel der Stadt einem Eventveranstalter für Profisport. Dessen Priorität ist nicht Hamburgs Lebensqualität, sondern eine reibungslose TV-Show und die Steigerung seiner Einnahmen. Die 4,3 Milliarden Euro Einnahmen von Paris versteuerte das IOC nicht. Auch Hamburg müsste dem IOC Steuerfreiheit garantieren – zu Lasten Deutschlands und unserer Stadt.
Auf folgenden Absätzen zeigen wir nachvollziehbar, warum wir zu dem Schluss kommen:
Hamburg sollte NEIN zu Olympia sagen.
Ein NEIN bringt Hamburg konkrete Vorteile
Mieten & Wohnen:
- Nicht noch mehr Druck auf die Mieten
- Dringender Wohnungsbau wird ohne Olympia leichter möglich und nicht zusätzlich verteuert
Sicherheit:
- Keine G20-ähnlichen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit
- Sicherheit dort wo sie gebraucht wird
Verkehr:
- Kein Verkehrschaos durch Olympiaspuren, Olympiaflüge & zusätzliche ÖPNV-Verstopfung
- Mobilität im Sinne des Zukunftsentscheides entwickeln und Barrierefreiheit umsetzen
Sport:
- Keine XXL-Arena im Volkspark & Einwegsportstätten
- Investitionsfokus auf die Stadtteile für nachhaltigen Breitensportimpuls
Umwelt:
- Keine zusätzlichen Flächenversiegelungen & Ressourcenverbrauch durch temporäre Bauten
- Keine Gefährdung der Umsetzung des Klimaentscheids
- Bewahrung natürlicher Regenerationsflächen
Großprojekte:
- Keine langfristige Planungs- und Alltagslähmung
- Priorität auf nachhaltige Stadtentwicklung
Behauptungen & Tatsachen
Olympia ist ein Festival für alle?
Beinahe 300.000 Menschen in Hamburg leben unterhalb der Armutsgrenze, 38.000 sind wohnungslos. Eintrittspreise wie in Paris – im Schnitt 110 Euro pro Ticket, 1.333 Euro für die Eröffnungsfeier – schließen viele aus. Gleichzeitig zahlen alle mit ihren Steuergeldern die Zeche dieser Reichenparty.
Olympia steigert das Wirtschaftswachstum?
Alle Studien zeigen: Olympische Spiele bringen keinen nennenswerten wirtschaftlichen Nutzen. Paris 2024 brachte Frankreich ein Wachstum von lediglich 0,07 %. Pariser Kulturbetriebe (-16 Prozent) und Übernachtungen (-1.7 Prozent) verzeichneten Rückgänge, denn Olympiatourismus verdrängt anderen.
Olympia hilft gegen die Wohnungsnot?
Schon jetzt heben die Mieten in immer krassere Dimensionen ab. Olympiastudien zeigen, dass sich die Mieten schon vor den Spielen verteuern – eine Armutsbeschleunigung. Besonders hart trifft es Menschen ohne sicheren Mietvertrag und viele Studierende; der Senat will – wie in Paris – Studierende aus den Wohnheimen werfen.
Olympische Spiele sind kein Sicherheitsrisiko?
Paris benötigte insgesamt rund 75.000 Sicherheitskräfte – doppelt so viele wie Hamburg beim G20-Gipfel. Mehr als 1 Million Menschen wurden vorab überprüft, knapp 5.000 wurde der Zugang zu Gebieten untersagt. Die Steuerzahler zahlten dafür 1,7 Milliarden Euro. Das IOC hingegen erntete über eine Milliarde Überschuss – steuerfrei.
Die Stadt benötigt ein XXL Stadion
Erst 2024 wurde die angedachte Nutzungsdauer für das Volksparkstadion bis 2051 verlängert. Das bestehende Stadion ist zugleich Attraktionspunkt für Weltstars. Ein Olympiastadion ist überflüssig.
Olympia nützt dem Breitensport?
Studien zeigen: Nach den Spielen in Sydney (2000), Athen (2004) und London (2012) gab es keinen positiven Effekt auf den Breitensport. In Frankreich wurde versprochen, bis 2030 die Förderung des Breitensports beizubehalten. Schon in 2026 ist der Haushalt um 41% ggü. 2024 geschrumpft.
Das IOC ist ein reformierter Partner?
Es bleibt ein Schweizer Verein, dessen Führungskräfte sich selbst ernennen, als Freiwillige definieren und dafür bis zu 1,6 Millionen Euro im Jahr kassieren. Es predigt Völkerverständigung und diktiert gleichzeitig Unterordnung von Ländern, Städten und Athleten unter seine Gesetze. Es schließt Verantwortung für sein Profisportevent aus und bestimmt alleine, wie es auszusehen hat.
Der Bund steht hinter der Bewerbung?
Höhe und Umfang der Finanzierung der einmaligen Organisations- und Durchführungskosten sowie der Infrastrukturkosten durch den Bund sind nicht beschlossen. Für eine Bewerbung bedeutet das: die Risiken trägt die Stadt Hamburg.
Nur durch Inklusion erhält Inklusion einen Schub?
Inklusion darf kein Nebenprodukt von Olympischen Spielen sein. Parasport und Barrierefreiheit der ganzen Stadt sind jetzt auf die Agenda und nicht erst 2044, wenn Kameras darauf gucken.
Hamburg kann Olympia klimapositiv organisieren?
Olympische Spiele verursachen enorme Emissionen durch Bau, Verkehr und Flugreisen. In Paris warn es rund 2.1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Kompensationen ändern nichts daran, dass der tatsächliche CO2 Fußabdruck riesig bleibt.
Was die Stadt denkt und fühlt
„Die Klimakatastrophe bedroht unsere Gesundheit und unsere Zukunft. Hamburg braucht Investitionen in eine Transformation hin zum klimaneutralen Wirtschaften sowie eine fossilfreie Energiegewinnung und keine zusätzlichen Belastungen durch ein Megaevent. Die geplanten Wettbewerbe bei fehlenden Flächen an zentralen Sportstätten und der absehbare Druck auf Verkehr und Umwelt können den Realitätscheck nicht bestehen. Deswegen sagen wir: NEIN zu Olympia!”
Sabine Sommer, Vorsitzende BUND-Hamburg
„Sicherheitskosten muss das IOC vollständig tragen, denn es ist nicht vermittelbar, dass Steuerzahler die Sicherheitslast eines milliardenschweren Events übernehmen, während das IOC Gewinne erzielt. Olympia ist nur seriös diskutierbar, wenn alle Risiken und Verpflichtungen offen auf dem Tisch liegen und Hamburg sich nicht zusätzlich zu ohnehin teuren Großprojekten finanziell übernimmt.“
S. Mummenhof, Bund der Steuerzahler Hamburg e.V.
„Die gigantische Geldmaschine Olympia hat Hamburg grad noch gefehlt. Die Einwohner haben ja sowieso schon unter der maximalen Eventisierung ihrer Heimatstadt zu leiden, aber das würde dem Fass den Boden ausschlagen.“
Rocko Schamoni, Künstler
„Weil die Uni Hamburg massiv kürzen muss, zieht das Studierendenwerk Mensapreise und Wohnheimmieten an. Gleichzeitig lebt mindestens ein Drittel aller Studierenden in Armut. Warum sollte man Studierenden in Hamburg helfen, wenn man das Geld für ein sog. Prestigeobjekt in die Elbe kippen kann?“
J. Oreskovic, ASTA Referent für Soziale Bewegungen
„Kurzfristig angelegte Bauprojekte und deren Rückbau stellen nicht nur finanziell, sondern auch für die CO2-Bilanz der Stadt eine Belastung dar.Für die Zukunft unserer Kinder in dieser schönen Stadt fordern wir, sich auf das wesentliche Projekt der Klimaneutralität zu konzentrieren und in eine gesellschaftspositive Klimaneutralität zu investieren. NEIN zu Einweg-Olympia. JA zu nachhaltiger Zukunft.”
Parents for Future Hamburg
„Die Zusatzflugbewegungen der UEFA EURO 2024 haben 41 tsd t CO2-Äquivalente verursacht. Das entspricht nahezu dem Inlandsflugverkehr des Hamburger Flughafens in 2023. Die Spiele würden das toppen. Die Realität ist von den Nachhaltigsversprechen der Bewerbung weit entfernt.”
Martin Mosel, Vorsitzender Umweltverband BIG Fluglärm
Es ist unsere Stadt.

