von NOlympia Hamburg
zur Olympia-Bewerbung der Stadt Hamburg
Am 31. Mai entscheidet Hamburg: Olympiabewerbung ab 2036 – ja oder
nein. NOlympia möchte dazu eine Stellungnahme in den offiziellen
Wahlunterlagen des Bürgerschaftsreferendums einbringen.
Die Schlagworte auf dieser Seite ermöglichen einen Schnelldurchlauf der
wichtigsten Positionen. Diese Broschüre (Download PDF, 0,5MB) ist der Text der
Stellungnahme, wie er in die Wahlunterlagen soll. Die
Plus-Version (Download PDF, 3MB) enthält zusätzlich alle Materialien, Links und Quellen.
VERANTWORTUNG
1. Fairplay
Eine Milliarde Euro steuerfreier Überschuss für das IOC, über drei Milliarden Einweg-Kosten und eine Milliardenarena, die keiner benötigt, für Hamburg.
Fairplay?
Kein olympischer Wert.
2. Teamgeist
Das IOC definiert, wie die Spiele auszusehen haben und diktiert vertraglich, dass die Verantwortung für Planung, Durchführung und Finanzierung beim Austragungsort liegen.
Teamgeist?
Kein olympischer Wert.
3. Ehrenamt
Ehrenamt im Sport bedeutet idealistisches Freiwilligenengagement ohne Bereicherungsabsicht. Der Freiwilligenstatus von IOC Mitgliedern wird mit bis zu 1.6 Millionen Euro pro Mitglied und Jahr vergütet.
Ehrenamt?
Kein olympischer Wert.
4. Transparenz
Bei München ’72 hat der Bund eine 50%-ige Kostenübernahme zugesagt. Für 2036, 2040, 2044 gibt es diese Zusage nicht. Ein Milliardenrisiko für Hamburg.
Transparenz?
Kein olympischer Wert.
WOHNRAUM & WIRTSCHAFT
5. Bezahlbarer Wohnraum
Olympiastudien zeigen: Mieten verteuern sich schon vor den Spielen – eine Armutsbeschleunigung. Besonders hart trifft es Menschen ohne sicheren Mietvertrag und viele Studierende; der Senat will – wie in Paris – Studierende aus den Wohnheimen schmeißen.
6. Wirtschaftsimpuls
Olympische Spiele bringen keinen nennenswerten wirtschaftlichen Nutzen. Paris 2024 brachte Frankreich ein Wachstum von lediglich 0,07 %. Pariser Kulturbetriebe (-16 Prozent) und Übernachtungen (-1.7 Prozent) verzeichneten Rückgänge, denn Olympiatourismus verdrängt andere Besucher:innen.
UMWELT & VERKEHR
7. Umweltverbund
Ausbau von Rad-, Gehweg- und ÖPNV-Netzen als Konsequenz der Transformation hin zu klimaneutralem Wirtschaften sollten Priorität haben. Olympia setzt dagegen auf VIP-Spuren für eine TV-konforme Eventlogistik.
8. Naturräume
Olympia fokussiert auf Einwegsportstätten und Arenakolosse. Deren Flächenversiegelung und der CO2-Verbrauch durch das Event trägt nicht zum Erhalt von Regerationsflächen bei, sondern steht ihnen diametral entgegen.
SPORT & GESUNDHEIT
9. Sporttreiben
Fit bleiben wollen, Zeit, Gesundheitsbewusstsein, freier Zugang zu Sporteinrichtungen und Parks und sportliches Selbstbewusstsein sind die wichtigsten Treiber für Bewegung. Der Einfluss olympischer Spiele darauf? Am geringsten.
10. Sportstätten
Investmentfokus auf Einwegsportstätten und Mehrzweckarena ermöglichen keinen täglichen selbstverständlichen Zugang zum Sport in der Nachbarschaft. Der Einfluss der Spiele? Kein Fokus auf Sport und Spiel für alle, jeden Tag.
INKLUSION
11. Teilhabe
Geht es wirklich um „Teilhabe„? Anreize für Sport? Es heißt: „Vorbilder im Sport stiften Sinn und schaffen Sichtbarkeit“. Aber wirst du ihnen auf den Rängen zujubeln können? Schwierig, wenn ein Ticket, wie in Paris, im Schnitt 110 € kostet. Für die Eröffnungsfeier gleich 1.333 €. Zugang für Normalsterbliche? Fehlanzeige. Zahlen dürfen aber alle mit Steuergeldern.
12. Barrierefreiheit
Barrierefreiheit in der Kommunikation, beim ÖPNV und Gehwegnetz sowie Sportzugang sind Pflichtaufgaben unabhängig von Olympia. Paralympische Spiele ein Deckmantel für Versäumnisse?
SICHERHEIT
13. Sichere Sportveranstaltungen
Wer veranstaltet, der zahlt. Und Olympia? Bürdet 1.4 Mrd der Stadt auf, um >2x G20-artige Präsenz zu finanzieren. Es gibt bessere Sportveranstaltungen und sinnvollere Investitionen in Sicherheit. Für alle!
