Der Hamburger Senat hat heute ein Finanzierungskonzept für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 vorgelegt.
Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia:
„Die öffentliche Hand spendiert 200 Millionen Euro und nimmt davon 100 Millionen zurück und nennt das Gewinn im Durchführungsbudget. Er nimmt dieselben Ticketumsätze an, verkauft aber 2 Millionen Tickets weniger, was einer durchschnittlichen Ticketpreiserhöhung von 110 EUR auf 130 Euro gleichkommt (+20%) und damit ganz sicher kein Fest für alle ist. Der Anteil der Kompensationskosten an den Energiekosten für Zertifikate in 2040 und 2044 für die 2.1 Million t CO2 bleibt leider offen, ist aber für die Umsetzung des Zukunftsentscheids ein wesentlicher Baustein. Dass der Senat für drei Zukunftszeitpunkte nur eine Investitionskostenaufstellung erstellt obwohl bereits heute bekannte Problemfelder (Fertigstellungen 2036 für Science City, U-5 Arenen, S6 Bahrenfeld) sicher zu zeitlich differenzierten Kompensationskosten führen würden ist sachlich nicht nachvollziehbar. Der Senat unterschlägt darüber Sicherheitskosten, die in Paris 1.7 Milliarden Euro betrugen. Multifunktionsarena und Elbdome bleiben außen vor. Das Vorbild Bernabéu-Stadion in Madrid, kostete 1,4 Milliarden Euro. Bekanntermaßen liegt für diese Maßnahme keine Bedarfsanalyse vor. Kurzum: All das zeigt: Der Senat verweigert den Hamburger*innen eine seriöse Einschätzung der tatsächlichen Kosten Olympischer Spiele. Wer solche Zahlen verbreitet, sollte nicht mit der Durchführung eines der finanziell riskantesten Megaprojekte überhaupt betraut werden.“
